Was für ein Tag: Grabeskirche – Klagemauer – Tempelplatz mit Felsendom – Massda – Eilat mit Laubhüttenfest. Doch der Reihe nach.
Der viele Trubel rund um die Grabeskirche führte zur Idee, einmal ganz früh zum Grab Jesu zu gehen. Wirklich ganz früh wären 4:00 Uhr gewesen, ein guter Teil der Gruppe brach um 5:45 Uhr auf. Zwar war die erwartete Eucharistiefeier erst um 6:30 Uhr, aber die Wartezeit in der fast leeren Kirche ein gewinn. Als die Messe anfing, befanden wir uns wirklich in übersichtlicher Gemeinschaft, diue gerade eben den Platz vor dem grab füllte. Zu unserer Überraschung wurde die Messe auf deutsch mit lateinischen Choral gefeiert. Ich durfte die Lesung aus der Pfingstpredigt des Petrus lesen. Die Einsetzungsworte sprach der Priester von ganz hinten aus dem Grab, so dass bei uns nur ein Flüstern ankam. So leise ist Eucharistie meines Erachtens, wenn man sie im Eigentlichen Sinne versteht. Die Auferstehung, die ja zentral gemeint ist, ist ein leises Geschehen. Es war schön vor den Massen, zu den wir ja auch gehören, die Grabeskirche zu erleben. Einige fanden auch einen ganz stellen Platz für sich. Je tiefer man in die Gewölbe der Kirche absteigt, desto ruhiger. Wir begegneten den ersten Pilgergruppen beim Verlassen der Kirche.
Erst nach dem Gottesdienst gab es ein hastiges Frühstück, denn der Bus wartete bald auf uns. Einmal um die Stadtmauer herum wurden wir zum Eingang zur Klagemauer gefahren. Eigentlich ist es die westliche Mauer des alten Tempels. Die Warteschlange vor der Sicherheitsschleuse ist muslimisch und jüdisch gemischt. Erst am Ende teilt sich die Schlage. Vor der Klagemauer, unser erstes Ziel, standen viele jüdische Beter. Es war wunderbar zwischen den wippenden Männern zu stehen und still, wenn auch deutsch mitzubeten und den Toralesungen (hebräisch) zu lauschen. Ich hätte noch Stundenlang mit beten können, aber wir hatten gerade mal 10 Minuten Zeit. Unser Programm ist so voll und vielgestaltig, dass oft recht wenig Zeit bleibt.
In diesem Fall war es die begrenzte Zeit auf dem Tempelberg. Zum muslimischen Mittagsgebet mussten wir den tamepelberg verlassen. Also möglichst schnell noch einmal durch die Schleuse und dann staunend auf dem großen Platz zwischen Al Agsa Moschee und Felsendom stehen. Hier treffen wirklich die Religionen aufeinander. Überall waren Gruppen von Männern und Frauen, die offensichtlich den Koran studierten und dabei leise diskutierten. Gut bewacht zogen streng religiöse Juden über den Platz. Eine Provokation. Der Platz ist offen und weit und fasst zur Not eine Million Muslime, wenn an hohen Feiertagen gebetet wird. Wo ich so schreibe fällt mir auf, wie schnell mir Psalmen im Herzen standen, als ich zwischen den Juden an der Klagemauer stand und wie wenig ich zwischen den islamischen Heiligtümern ans Beten dachte.
Auf dem Scopusberg nahmen wir Abschied von Jerusalem. Der wunderbare Blick lies Gedanken an das himmlische Jerusalem kommen. Wir kommen wieder. Bis bald Schalom.
Die Fahrt durch die jüdische Wüste am Toten Meer führte nach Massada. Geschichte zum Anfassen. Ich kann mir gut die Situation der Belagerung vorstellen und die dramatischen letzten Tage im Jahre 73 n. Chr. Eine Seilbahn führt auf den Tafelberg und die Runde durch die Ruinen ist eine heiße Angelegenheit. Trotzdem stiegen viele aus der Gruppe zu Fuß ins Tal.
Die lange Fahrt nach Eilat wurde von der wunderbaren Wüstenlandschaft begleitet. Farben und Formen huschten vorbei. Ein Genuss im klimatisierten Bus. Draußen vermutlich kein Vergnügen.
Dann Eilat – Schock — Schock und nochmals Schock. Ich war noch nie auf Mallorca im Ballermann. Aber jetzt ahne ich wie es da aussieht. Im Prinzip ist Eilat eine Landebahn mit Hotels an beiden Seiten und einer Kirmes am “Strand”. Gedacht war ein stiller Tag der persönlichen Einkehr. Wir werden eher einen Tag im touristischen Trubel erleben. Hoffentlich ist es am Aqurium etwas stiller.
Schalom aus Eilat